FIFPro „Social Dialogue“ in Bearbeitungsphase

 

Noch ein paar Monate und dann werden die Erkenntnisse, welche die FIFPro durch Befragung von mehreren europäischen Mitgliedsländern und durch Besprechungen zwischen zehn europäischen Mitgliedsländern und FIFPro Vizepräsident Gerardo Movilla ausgewertet hat, im Mai 2008 der Europäischen Kommission in Brüssel überreicht werden. Die Besprechungen fanden am 8. und 9. November 2007 in Lisabon statt. SAFP Präsident Lucien Valloni vertrat die Interessen der Schweizer Spieler bzw. der SAFP-Mitglieder.

In den letzten Monaten haben sich auf verschiedenen Ebenen rasante Entwicklungen ergeben. So wurde das „Weissbuch“ betreffend den Eigenheiten des Sport von der Europäischen Kommission veröffentlicht und das Memorandum of Understanding zwischen der FIFPro und der UEFA, welches letztlich auch auf der entsprechenden Vereinbarung zwischen der FIFPRo und der FIFA basiert unterzeichnet und schliesslich der vereinfachte Europäische Vertrag. 

Dieses letzte Dokument anerkennt die Eigenheiten des Sports an, was FIFPro auch tut, allerdings unter der Voraussetzung, dass dies jeweils durch Kollektiverhandlungen geschieht. Die Dinge verändern sich klar. „Dies ist eine sehr wichtige Zeitperiode“, anerkennt Gerardo Movilla. „Eine glückliche Zeit, die uns helfen muss, den Anliegen der professionellen Fussballer in Europa und in der übrigen Welt zu dienen. Alle Ampeln stehen auf Grün und FIFPro, oftmals in der Pflicht, verstärkt seine Anstrengungen um diesen Ansprüchen gerecht zu werden.“ 
Die vorteilhafte Beziehung zwischen Jospeh Blatter (FIFA Präsident) und Michel Platini (UEFA Präsident) begünstigt unbestreitbar den Dialog und bewirkt eine verstärkte Berücksichtigung der Wünsche der Spielervereinigung einen bedeutungsvollen sozialen Dialog in Europa und anderswo auf der Welt zu führen. 
Die Vertreter der europäischen Klubs und Europäischen Ligen, welche lange Zeit nicht gewillt waren auf diese Ansinnen Rücksicht zu nehmen sind nun offen für Verhandlungen. Sie haben nun offenbar verstanden, dass nichts mehr ohne die Spieler entschieden werden kann. Eine Tatsache an die sie durch die unterzeichneten Vereinbarungen auf höchster Stufe (FIFA und UEFA) erinnert werden. 
Die Europäische Union, welche in Lisabon vertreten war, kam, vor allem, um nach Antworten auf die anfangs erwähnten verschiedenen Entwicklungen zu suchen. Auf der Tagesordnung war die Analyse verschiedner Textstellen der FIFPro | UEFA Vereinbarung und der Webster Fall sowie ein offensichtlicher Wunsch rasch Antworten auf Fragen von allgemeiner Bedeutung zu erlangen, wie etwa der Schutz junger Spieler, Schutz nationaler Identität, Lohnfragen (Mindestlöhne wie auch Höchstlöhne wurden diskutiert, weil verschiedene Politiker lauthals davon sprachen) aber auch Doping und Fragen rund um das Karriereende etc. 
Aber um in der Lage zu sein, angemessene Antworten für die Mehrzahl der Spieler geben zu können und dabei die Realitäten nicht aus dem Auge zu verlieren, musste FIFPro so viel wie nur möglich über die einzelnen Situationen in den verschiedenen Mitgliedsländern der FIFPro Europa Division erfahren. Aus diesem Grund hat die FIFPro ihre Mitglieder direkt befragt und bis zum Lisabon Meeting aus 23 Mitgliedsländern (von 26 aus Europa) ausgefüllte Fragebogen zurückerhalten. 
Diese Umfrage offenbarte die nicht unerwartete Tatsache der Lohnunterschiede zwischen den Profispielern in Italien oder Spanien (welche im Durchschnitt mehr als EUR 70’000 pro Monat verdienen), Frankreich (mehr als durchschnittlich EUR 40'000 pro Monat), den Niederlanden (mehr als EUR 20'000 pro Monat), und Finnland oder Irland (weniger als EUR 5'000 pro Monat) dar. Die Mehrheit der Nationen war um die durchschnittlich EUR 10'000 pro Monat zu finden (Österreich, Dänemark, Schottland, Norwegen, Portugal, Schweden und die Schweiz), während England in einer eigenen Liga spielt und man von einem geschätzten Durchschnittslohn von mehr als EUR 140’000 ausgeht. 
Auf welcher Basis sollte ein Maximalsalär pro Land bestimmt werden? Wie sollten Bonus und andere Vorteile berücksichtigt werden? Sollten Ausnahmen gelten? Diese Fragen blieben in diesen Tagen unbeantwortet und werden wohl auch unbeantwortet bleiben, weil die Spieler insgesamt gegen die Einführung eines Salary Cap (in Zypern und Irland bereits in Kraft) sind. 
FIFPro, die bislang immer gegen ein solches System war, wurde durch diese Ergebnisse klar bestätigt. 
Auf der anderen Seite findet es die internationale Spielervereinigung absolut wesentlich einen Mindestlohn dort einführen, wo dies noch nicht zwischen Spielern und Arbeitgebern formalisiert worden ist 

 

Share: